Neue Geburt

„Verwundere dich nicht, dass ich dir sagte: ‘Ihr müsst von NEUEM GEBOREN werden’.“ Die Bibel: Johannes 3,7

KLARE WORTE, DENN DIES IST NÖTIG.

Es kann sein, dass der Leser seine eigenen Vorstellungen hat, wie ein „religiöses Flugblatt“ sein sollte und ebenfalls eigene Vorstellungen über die Annahme bei Gott. Möglicherweise lehnt er auch Klarheit über Sünde und deren Gericht als unangebracht ab. „Es ist weder wissenschaftlich noch allgemein anerkannt Menschen als ‚gefallene Geschöpfe‘ zu bezeichnen.“ sagt er. Aber die erschreckende Tatsache ist: Während Sie, lieber Leser, darüber nachdenken, wie Menschen beschrieben werden sollten, gehen andere in die Ewigkeit über. Wohin gehen sie? Ist Ihre Meinung ausreichend bewiesen, dass sich sterbende Menschen darauf verlassen könnten? Wenn nicht, dann lehne ich sie ganz und gar ab. Ich bin nicht hier, um mich auf „eine Möglichkeit“ einzulassen. Mein Leben ist zu wertvoll, es an ein unbewiesenes Wort zu binden. Eine Meinung, die Menschen durch Versprechungen zufriedenstellt jedoch ohne Gewähr – ist eine Lüge, eine grausame Lüge. Ich rede lieber Klartext und bin dadurch ein Ärgernis, als dass ich jemanden in den Schlaf wiege MIT EINER LÜGE. Ein Schlaflied zur Hölle ist ein erbärmlicher Trost, doch ich befürchte, viele singen dieses. Aber ich werde nicht darüber schweigen.

Wir müssen Fakten behandeln als das, was sie sind – und wir müssen eine angemessene Ernsthaftigkeit an den Tag legen, denn Fakten sind ernst. Wie viele liegen heute auf ihrem Sterbebett? Lasst uns genauer über uns selbst nachdenken! Wie lange meinen Sie, dass Sie leben werden? Wie viele Jahre? O möge eine tiefe Besorgnis in Ihrem Herzen sein – und in meinem! Niemand hat das Recht, so ein Flugblatt zu verfassen wie dieses, noch es weiterzugeben, wenn er sich nicht ganz sicher ist. Aber wenn er dies ist, sagen Sie mir – hat er das Recht, still und gleichgültig zu sein? Nein, niemals!

Die Worte des HErrn Jesus sind oftmals erschütternd. Wieder und wieder stellen wir dies fest. Aber die Menschen haben sich daran „gewöhnt“ und es scheint das Ziel Satans zu sein, die Worte Christi ihrer Schärfe zu berauben. Sollten wir nicht alarmiert sein, wenn wir zum ersten Mal Worte hören wie z.B. „Wehe euch … Heuchler“, „Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel“, „Diese werden hingehen in die ewige Pein“, „hat keine Vergebung in Ewigkeit“ und „Ihr müsst von neuem geboren werden.“? Wessen Worte sind das? Das sind die Worte des Sohnes Gottes. Wir wiederholen diese nicht, nur zur Beunruhigung. Weit gefehlt. Denken Sie, dass diese Zeilen den Zweck haben, Schrecken zu verbreiten? Weit gefehlt! Unser Wunsch ist, dass viele Leser einen Frieden, den sie nicht kennen und eine beständige Freude erfahren. Aber wir brauchen eine Grundlage für diesen Frieden. Es ist unsere Verantwortung, darauf hinzuweisen, dass die Sicht von Christus in Bezug auf das Seelenheil eine völlig andere ist als die des Zeitgeistes. Es gibt nur eine Wahl: Entweder Seine Worte annehmen oder Ihn der Lüge zu bezichtigen. Der HErr Jesus selbst betont unbestreitbar die NEUE GEBURT. Aber, direkt oder indirekt, leugnen die meisten Menschen das heute. Sollen wir das Zeugnis von Christus ablehnen? Das ist die einfache Frage, und eine solche Frage ist von entscheidender Bedeutung. O wie groß ist die Liebe Gottes, die es ermöglicht, noch immer seine Liebe und den Weg des Lebens zu verkündigen!

Erlauben Sie mir, lieber Leser, persönlich zu werden. Sie mögen vielleicht so ehrbar und religiös sein wie viele andere, oder sogar noch mehr, aber wurden sie von Neuem geboren? Ich habe vielen Menschen diese klare Frage gestellt, und obwohl sie Interesse an Christus bekannten, waren sie gezwungen so zu antworten: „Das kann ich so nicht sagen“. Tatsächlich müssten viele auch antworten: „Ich weiß nicht, was Sie meinen.“ Darf ich Sie fragen: „Was verstehen Sie unter der Hervorhebung Christi auf das VON NEUEM GEBOREN sein? Haben Sie eine feste Vorstellung davon oder beunruhigt Sie das nicht? Die allgemeine Gleichgültigkeit in dieser Angelegenheit ist erstaunlich. Eine neue Geburt ist für das Eingehen in das Königreich Gottes unerlässlich. Der HErr Jesus hat dies deutlich gesagt. Doch die Masse meint es wäre nicht relevant, und vertraut auf irgendetwas anderes. Aber auf etwas anderes vertrauen ist Irrsinn, wenn Christus wahrhaftig ist!

Sollten wir uns nicht intensiv mit dieser Frage auseinandersetzen, bevor wir weitergehen? Was bedeutet nun NEUE GEBURT? Es gibt viele, die offen die Notwendigkeit der Wiedergeburt leugnen. 

„Ich habe immer versucht, das Beste zu tun. Mehr kann man nicht machen.“ 

„Meine Religion ist: Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ 

„Ich habe immer das Gute geliebt.“

„Wenn ein Mensch aufrichtig lebt, dann genügt das.“

„Ich habe eine genauso gute Chance wie Kirchgänger.“

All diese Behauptungen verfehlen das Ziel. Gott ist hier nicht kompromissbereit oder nachsichtig. Vor Seinem Thron lässt Er nicht weniger als Vollkommenheit gelten. Wie könnte ER auch, ER muss im Einklang mit seiner eigenen Vollkommenheit sein. Wenn dort Gerechtigkeit sein soll, dann muss es auch Gerechtigkeit sein. Wehe denen, die Finsternis Licht nennen. Und „eine genauso gute Chance“ ist: Keine Chance.

Von neuem geboren zu werden (Joh.3,3) ist vom Tod ins Leben überzugehen (Joh.5,24), lebendig gemacht und aus dem natürlichen Zustand herausgerettet zu sein (Eph.2,1-5), eine neue Schöpfung zu werden (2.Kor.5,17), das Werk des Heiligen Geistes in sich zu erfahren (Röm.8,16), und das alles weil Der Heilige für Schuldige starb. Erstaunliche Liebe! Der HErr Jesus sprach in Johannes 3,5, in Anspielung auf die Flut, von der Geburt heraus aus Wasser, – nicht etwa die Taufe im Wasser, sondern eine veränderte Stellung zu den Flut-Wassern des Zorns (heraus aus ihnen). Ich frage mich, wie viele Leser wohl eine solche Veränderung als absolut notwendig anerkennen. Wie viele sind wirklich bereit zu sagen: „Ich bekenne mich als Sünder unter Gottes Zorn“? Nur sehr wenige! Die Aussage „Wir sind alle Sünder“ ist etwas ganz anderes. Das Empfinden von persönlichem Elend unter dem Gericht ist eine Basis für Segen. Gott bringt nicht alle in exakt dieselbe Erfahrung und Dauer der Angst. Diese Tatsache wird missbraucht, um viele in den Schlaf zu wiegen und sie denken, dass mit ihnen „alles recht“ ist, während noch immer „alles verkehrt“ ist – da sie weiterhin außerhalb von Christus sind. „Es wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut“ (Lukas 15,7) ist ein kostbares Zeugnis. Gott heilt die, die zerbrochenen Herzens sind (Psalm 147,3). Aber wo sind die Bibelstellen, die von Freude ohne Buße sprechen oder von Heilung ohne ein zerbrochenes Herz?

So wie das physische Leben einen bestimmten Anfang hat, so auch das geistliche Leben. Bevor jemand von neuem geboren wird, existiert er, aber wahres Leben ist in Harmonie mit dem Willen Gottes. Die komplette Veränderung ist in vielen Bibelstellen beschrieben, z. B. „aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht” (1.Petrus 2,9), „einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im HErrn” (Eph.5,8) und „einst fern – jetzt nahe geworden” (Eph.2,13). So vollkommen ist die Veränderung – wahrlich ein Wunder. Aber dies ist nicht die allgemeine Meinung von heute. Diese Ansicht ist nicht weit verbreitet. Was sollen wir nun sagen? Sollen wir sagen, dass der HErr Jesus einen Fehler gemacht hat? Fern sei dieser Gedanke! Es gibt nur eine Möglichkeit. Und welche ist das? – Das 21. Jahrhundert irrt hoffnungslos. Menschen müssen von neuem geboren werden und sie wissen es nicht. Die Gefahr droht ihnen und Schweigen wäre eine Schande, wenn wir von der Gefahr wissen. Wir müssen Ihn predigen – CHRISTUS!

Nichts anderes kann den Platz der neuen Geburt einnehmen und sie ersetzen. Es ist wie in der natürlichen Welt. Es gibt keinen Ersatz für die Geburt. Auf die Gefahr hin, den Leser zu ermüden, lassen Sie mich die für immer entscheidenden Worte Christi wiederholen: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird (wörtlich: von oben her), so kann er das Königreich Gottes nicht sehen“. „Kann nicht“ bedeutet „KANN NICHT“. Heutzutage werden viele Alternativen vorgeschlagen:

Reform wird für eine Hoffnung gehalten. Aber Reform des Lebenswandels lässt die Schuld der Vergangenheit unberührt. Es gibt keine Reform für einen Menschen der „tot in Sünden ist“ (Eph.2,1). Reform als Ausweg würde bedeuten, dass der Zustand des Sünders nicht so ernst ist und würde somit die Worte des HErrn Jesus leugnen.

Sollen wir es mit Religion versuchen? Die lateinische Bedeutung des Wortes „Religion“ überzeugt durch Kraftlosigkeit: „zurückbinden“. Keine radikale Veränderung: Da ist keine lebensspendende Kraft beim „Zurückbinden“ – d.h. bei der Zurückhaltung vom Sündigen. Wenn jemand das hier nur als ein „religiöses Flugblatt“ betrachtet, dann irrt er. Wir haben kein Vertrauen in Religion, solange ein Mensch nicht zuerst einen mächtigen Erretter hat und durch Ihn erlöst ist.

Rituale sind nur eine Art Religion und Zeremonien oder Sakramente können nicht Leben in den geistlich toten Sünder hineinbringen. Als ich einmal auf dem Land war, sollte ein Kind „righteousness” (englisch für: Gerechtigkeit) an die Tafel schreiben. Sie schrieb „rites“ (englisch für: Rituale). Ihr Fehler in der Rechtschreibung ist der von vielen in der Realität. „Rituale” bringen keine Gerechtigkeit und werden nie die Sünde behandeln.

Entwicklung (Evolution) ist ein verbreitetes Wort, um Unwissenheit zu verdecken und Gott auszulassen. Aber so wie es in der Natur ist, so ist es auch bei der Gnade: Die Evolution ist eine irreführende Idee. Aus einer unerretteten Person wird sich nie ein Christ entwickeln. Umstände machten Adam in Eden nicht gehorsam, und sie können auch nicht einen verlorenen Sünder in die Familie der Begnadigten formen oder erziehen. Gott sagt in Barmherzigkeit: „Eine neue Geburt“, und nichts anderes kann das erreichen. Lieber Leser, Sie und ich, wir können kein geistliches Leben aus geistlichem Tod entwickeln. Die Menschen erkennen ihren toten Zustand nicht an, und haben so keinen Raum für die neue Geburt. Sobald sie aber diesen Zustand anerkennen, haben sie keinen Raum mehr für irgendetwas anderes. Sehe ich mich selbst als Sünder, so rufe ich demütig um Gnade. Ich benötige das kostbare Werk Gottes in meinem Herzen, und wie ich so in Verzweiflung zu Ihm komme, lernt mein Herz schnell, dass da eine neue Geburt war, und ich erfreue mich am Glauben, weil mein Erlöser starb – und mein Herz lobt Gott. Wie dankbar sollte jeder Gläubige angesichts solcher Barmherzigkeit sein! Die neue Geburt ist eine Tatsache. Kein beunruhigter Sünder sollte versuchen, das Wirken der Gnade zu ergründen bevor er in Christus Ruhe findet. Wir verkündigen einfach IHN und seinen Tod an die, die gebrochenen Herzens sind. Solche Verzweifelten sollten nicht ablassen, bis sie „die neue Geburt fühlen“. Sie sollten sogleich Zuflucht nehmen beim Heiland (Heb.6,18). Das gebrochene Herz ist eine ausreichende Rechtfertigung um zu „kommen“, und zu ruhen – nicht auf Gebrochenheit, sondern auf Seinem Blut; und danach werden solche Erretteten mehr von der Gnade lernen, die sie so lieblich zog. Aber einer streitsüchtigen und selbstsicheren Person muss das Bedürfnis nach einer neuen Geburt gepredigt werden. Vielleicht wird Gott diese Predigt benutzen, um sie von ihrer anmaßenden „Hoffnung“ abzuschrecken, mit ihrem elenden und endgültigen Erwachen.

Satan erfreut sich an den Anmaßungen der Menschen. Er hat „Unkraut“ unter den „Weizen“ gesät, das dem Weizen sehr ähnlich ist (Matth.13,25). Das ist heute sein besonderes Ziel. Viele „felsiger Boden-Hörer“ (Luk.8,13) meinen nur, sie wären errettet und „törichte Jungfrauen“ (Matth.25,3) bemühen sich um Frömmigkeit, während sie genauso verblendet sind. Tausende vertrauen auf ihren eigenen Glauben – einen bloßen Kopfglauben. Aber das KopfWissen von Tatsachen hat noch nie eine Seele errettet. Es wäre lieblos, nicht vor solcher Selbsttäuschung zu warnen. Der Baum wird an seiner Frucht erkannt, aber Satan redet heutzutage vielen ein: „Ja, ich bin errettet“, – ohne die Früchte als Beweis.

Und was ist, wenn Sie einer unter diesen sind? Unerrettet in der Hölle aufzuwachen ist ein schreckliches Schicksal. Was würden Sie denken, lieber Leser, wenn wir über diese Sache unbekümmert wären? – Keiner in der Hölle wird denken, dass Prediger des Evangeliums zu ernst waren.

Wenn wir also wiedergeboren sind und das neue Leben einen Kontrast bildet zu dem alten Leben – wie das Licht zur Finsternis – dann muss es auffallende Beweise durch Frucht geben. Viele ignorieren die Not bei der Bekehrung und was daraus erwächst. Aber es ist bemerkenswert: Das Heil – also die Errettung – ist sichtbar; der HErr Jesus rettet sein Volk von ihren Sünden. Die Menschen dürfen niemals sagen sie seien von neuem geboren, weil sie eine Kirche/Gemeinde besuchen, oder weil sie nach außen hin „religiös“ sind. Gibt es bei Ihnen eine klare geistliche Veränderung, die im Gehorsam aus Liebe des Herzens zu sehen ist? Wenn dem so ist, gab es dort eine neue Geburt. Wenn nicht, scheint das Bekenntnis zu Christus leer zu sein. O lieber Leser, würden Sie wollen, dass wir sagen, dass es uns nicht kümmert, wenn dem so ist? Würden Sie nicht viel mehr unsere Besorgnis anstatt Gleichgültigkeit begrüßen? Auf jeden Fall sind wir es unserem Meister schuldig, treu zu sein, und mit Liebe zu verlorenen Seelen (O, dass sie auf ein tausendfaches anwachsen möge!) lassen wir weiterhin Seine kostbare Botschaft erklingen: „Ihr MÜSST von neuem geboren werden!“.

Vielleicht haben manche diese Seiten überflogen, und denken jetzt, dass das Flugblatt zu Ende sei. Warten Sie einen Moment. Seine Arbeit hat gerade erst begonnen. Im Licht der Heiligkeit Gottes, im Licht der Ewigkeit, im Licht des kostbaren Todes des HErrn Jesus Christus, im Licht von Gottes Nachsicht heute – ja, und in Anbetracht der Kürze des Lebens, und im Hinblick auf die Möglichkeit getäuscht zu sein – sollten wir uns nicht fragen: „Bin ich wiedergeboren?“ Und wiederum: „Neue Geburt – sind das nur Worte für mich oder eine unbezahlbare Realität?“ Die heutige Tendenz unter Unerretteten Gott „Vater“ zu nennen, ist so trügerisch. Aber viele wollen getäuscht werden. „Unverschämtheit!“, sagen einige, wenn geistliche Dinge ausgesprochen werden, aber niemand, der das Wohl seiner Seele für Wert achtet, wird so reden. Deshalb möge es, in dem Namen des HErrn Jesus, ein kühnes, aber liebevolles Zeugnis über das Bedürfnis nach der neuen Geburt geben. Erlauben sie mir eine bestimmte Frage, die eine unbestimmte Antwort nicht zulässt: Haben Sie eine Grundlage für die unerschütterliche Gewissheit, dass Sie nun ein Kind Gottes sind und dass eine neue Geburt Ihre segensreiche Erfahrung war? Wenn ja, Dank sei Gott. Verkündigen Sie seine Liebe und leben Sie fröhlich für Ihn, – mit seinen Freuden, die sich von denen dieser armen und vergänglichen Welt unterscheiden. Aber wenn nicht, so ist es unendlich besser sich JETZT unwohl zu fühlen, als dann, wenn es keine Hoffnung mehr gibt, dieses herauszufinden: „Ich wurde nie wiedergeboren, und jetzt ist es ZU SPÄT.“

Die Gnade Gottes ist real, und Seine Annahme von Sündern so liebevoll. In ernster, liebender Sorge wollen wir an die Dringlichkeit erinnern, die der Heilige Geist in der Bibel gezeigt hat und wiederholen die kostbare Einladung von Lukas 14,17:

„Kommt, denn schon ist alles bereit.”

P. W. Heward (1882-1948)